Wie Creator auf YouTube über SARS-CoV-2 berichten

Wie sorgfältig berichten Medienschaffende auf YouTube über SARS-CoV-2 (Coronavirus)? Während der „Corona“-Pandemie haben Journalisten eine enorme Verantwortung. Dazu zählen nicht nur Publizisten aus TV, Radio und Print, sondern mittlerweile auch Content Creator auf YouTube. Wie gehen diese mit journalistischen und ethischen Standards um, wenn sie über SARS-CoV-2 berichten? Eine Analyse…

YouTube in Deutschland

Die YouTube-Szene in Deutschland ist wie auch in anderen Ländern derart vielseitig, dass man sie nicht ohne Abstufungen beschreiben kann. YouTube bietet Jeder:m die Möglichkeit, einen eigenen Kanal zu erstellen und mit den Videos theoretisch unendlich viele Menschen zu erreichen. Seit 2005 hat sich YouTube immer weiter Entwickelt, sodass es mittlerweile Kanäle zu den verschiedensten Themen gibt. Unter zahlreichen reinen Unterhaltungsformaten gibt es auch Themenschwerpunkte wie Bildung, Information und Wissenschaft. 

Die meisten YouTuber:innen unterscheiden sich von anderen Medienschaffenden aus TV, Radio und Print durch ihre Nahbarkeit. Sie ist es, die die Medienschaffenden im Internet zu “Influencern” macht. Durch die Kommentarfunktion ist eine direkte Kommunikation mit den Zuschauer:innen möglich. Hinter Kanälen mit Millionen Abonnenten stehen oft nur kleine Produktionsteams. So wird die Zielgruppe viel direkter angesprochen als beim Fernsehen. Es bilden sich schnell Communities zu den jeweiligen Kanälen, dessen Mitglieder:innen ihre:n Influencer auch über YouTube hinaus verfolgen.

Die ARD-ZDF Online-Studie 2019 zeigt, dass rund 82% der 14-19 Jährigen mindestens einmal in der Woche YouTube nutzen (Tendenz stark steigend). Die erfolgreichsten YouTube Kanäle haben in Deutschland mehrere Millionen Abonnenten. Doch was einen Kanal eigentlich relevant macht, ist die Klickzahl pro Video. Erfolgreiche YouTuber:innen schaffen einige hunderttausend Klicks pro Video. Die erfolgreichsten Medienschaffenden erreichen regelmäßig mehrere millionen Klicks pro Video. Damit haben die YouTube-Creator nicht nur eine große Reichweite, sondern damit verbunden auch einen enormen Einfluss auf ihre Zuschauer:innenschaft, welche, wie oben erwähnt, vor allem Kinder und Jugendliche sind.

Wie groß dieser Einfluss sein kann, zeigte sich im Mai 2019 als Rezo sein Video “Die Zerstörung der CDU” hochlädt. Es wurde deutlich, dass YouTuber:innen in der Lage sind, nationale, öffentliche Debatten anzustoßen und Themenschwerpunkte in der Medienlandschaft zu setzen. In Deutschland wurde erstmalig ein ernsthaftes Bewiússtsein geschaffen für die Rolle von Influencern als Medienschaffende und deren Beitrag zur (politischen) Meinungsbildung.

In diesem Zuge wurde darüber diskutiert, welche Verantwortung YouTuber:innen gegenüber ihren Zuschauer:innen haben. Während es für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland Kontrollgremien gibt, welche die Unabhängigkeit zur Politik und zum Markt, sowie Vielfalt und Pluralität im Programm prüfen sollen, gibt es diese Prüfung für YouTuber:innen nicht. Die Medienanstalten, welche den privaten Rundfunk in Deutschland beaufsichtigen, sind beim Jugendschutz und in der Werbeaufsicht auch im Internet tätig. Jedoch gibt es keinerlei Prüfung über die Einhaltung von journalistischer Sorgfaltspflicht, Ethik oder transparenter Auffindbarkeit im Netz.

Journalistische und ethische Richtlinien sind jedoch besonders dann wichtig, wenn es um Informationsvermittlung geht. Die Rolle der Medien wird besonders in Krisenzeiten auf die Probe gestellt. Der Journalismus hat nun eine besonders wichtige Funktion, denn hier laufen die Informationen aus Politik, Wissenschaft und Gesellschaft zusammen. Eine besondere Herausforderung für die Medien stellt zum Beispiel die Pandemie dar, welche durch das Virus SARS-CoV-2 ausgelöst wurde. 

Anders als noch vor 15 Jahren, bestimmen jetzt nicht mehr nur die “klassischen” Medien den Informationsfluss in die Gesellschaft, sondern auch Influencer:innen – zum Beispiel auf YouTube. 

Wie Medienschaffende auf YouTube über SARS-CoV-2 berichten

Im Folgenden soll untersucht und verglichen werden, wie sorgfältig Medienschaffende auf YouTube mit Informationen zum Thema SARS-CoV-2 umgehen. Hier soll darauf eingegangen werden, inwiefern die journalistische Sorgfaltspflicht beachtet wurde und ob ethische Rahmenbedingungen eingehalten wurden. Dafür sollen Videos mit informativem, Fakten basierten Anspruch verglichen werden.

Neben formalen Aspekten, werde ich folgende Kriterien untersuchen: 

  • Themen: Welche Informationen werden im Video behandelt?
  • Sorgfalt: Sind diese Informationen nach Robert-Koch-Institut korrekt?
  • Medizinische Berichterstattung: Werden die Begrifflichkeiten richtig verwendet?
  • Werden wissenschaftliche Erkenntnisse angemessen vermittelt? 
  • Transparenz: Werden Quellen genannt?
  • Verantwortung: Welche Message/Handlungsanweisungen sendet das Video an die Zuschauer:innen
  • Ist der Rahmen der Situation angemessen? (Sprache, Aufmachung, ..)

Ethik für Medienschaffende

Um die Videos und Video-Creator bezogen auf ihre ethische Verantwortung hin zu untersuchen und anschließend einzuordnen, stellt sich die Frage, was Ethik im Journalismus und in den Medien überhaupt ist.

Während Medienethik alle möglichen Bereiche, der Medienkonzeption, -distribution und -rezeption behandelt, richtet sich der Pressekodex gezielt an Medienschaffende und legt fest, welche Richtlinien gelten sollten, wenn man journalistisch in Deutschland publiziert. 

Der Pressekodex besteht aus 16 Punkten: Wahrhaftigkeit und Achtung der Menschenwürde; Sorgfalt; Richtigstellung; Grenzen der Recherche; Berufsgeheimnis; Trennung von Tätigkeiten; Trennung von Werbung und Redaktion; Persönlichkeitsrechte; Schutz der Ehre; Religion und Weltanschauung; Sensationsberichterstattung und Jugendschutz; Diskriminierungen; Unschuldsvermutung; Medizin-Berichterstattung; Vergünstigungen; Rügenveröffentlichung. 

Besonders interessant für die Berichterstattung zu SARS-CoV-2 ist der Punkt Medizin-Berichterstattung, welcher wie folgt beschrieben wird: “Bei Berichten über medizinische Themen ist eine unangemessen sensationelle Darstellung zu vermeiden, die unbegründete Befürchtungen oder Hoffnungen beim Leser erwecken könnte. Forschungsergebnisse, die sich in einem frühen Stadium befinden, sollten nicht als abgeschlossen oder nahezu abgeschlossen dargestellt werden.”

Außerdem ausschlaggebend sind die Punkte: Sorgfalt und Richtigstellung.

Analyse der YouTube Videos

Insgesamt wurden von mir 20 Videos analysiert. Es wurden Videos ausgewählt, die sich damit beschäftigen, das Virus SARS-CoV-2 zu erklären. Die Videos wurden über die Suchfunktion auf YouTube ausgewählt. Ausgeschlossen wurden Videos von Fernsehsendern oder großen Redaktionsnetzwerken. In die Auswahl kamen lediglich private oder durch Funk finanzierte YouTube Kanäle. Außerdem wurden nur Videos mit einem wissenschaftlichen, aufklärerischen Anspruch analysiert. Videos von reinen Unterhaltungskanälen, sowie Videos von Verschwörungstheoretiker:innen kamen nicht in die Auswahl. Das hat den Grund, dass ich ausschließlich analysieren wollte, wie gut die Nachrichten und Informationsvermittlung auf YouTube in Krisenzeiten funktioniert. Hierfür sehe ich den wissenschaftlichen Konsens über die Existenz und Gefahr des Virus als wahrheitsgemäß an und habe Medienschaffende ausgewählt, die dies ebenfalls tun. 

Formale Aspekte

YouTube SARS-CoV-2

Die Grafik 1. zeigt die Eckdaten der insgesamt 20 analysierten Videos. Es werden die Minimalen-, Maximalen- und Durchschnittswerte für Klicks, Länge, Likes, Dislikes und Kommentare angezeigt. (Stand 21.07.2020). Wir erkennen, dass die Werte stark schwanken. So gab es Videos mit nur gut 5.000 Aufrufen, aber auch welche mit fast 1,8 Millionen Aufrufen. Die Werte zeigen, wie vielfältig die Herangehensweisen mit der Thematik sind. Während einige Video Ersteller:innen in unter zwei Minuten das Virus erklären wollen, nehmen sich andere Creator fast eine halbe Stunde Zeit. Im letzteren Fall lassen sich selbstverständlich auch mehr Informationen unterbringen. Die Länge impliziert jedoch nicht automatisch auch eine bessere Auseinandersetzung. Ethisches und journalistisch korrektes Verhalten ist somit nicht an die Länge der Videos gebunden. Wir sehen, dass der Durchschnitt der Videos bei unter 10 Minuten liegt, was ein typischer Wert für YouTube Videos ist.

YouTube SARS-CoV-2

Die nächste Grafik zeigt, mit welchen 5 Themen sich am meisten auseinander gesetzt wurde. Am Häufigsten wurde über die Übertragung des Virus gesprochen. (17 von 20 Videos). Am zweithäufigsten wurden Symptome und Verhaltensregeln thematisiert. Bei den Verhaltensregeln wurden die Schwerpunkte: Abstandhalten, Händewaschen und richtig Husten am häufigsten genannt. Diese kamen in insgesamt 14 von 20 Videos vor. 12 von 20 Videos haben über die Risikogruppen gesprochen. Das schon etwas komplexere Thema Inkubationszeit, also die Zeit von der Ansteckung bis zum Beginn der Erkrankung, wurde in 10 von 20 Videos thematisiert. Weitere Themenschwerpunkte waren unter anderem: Geschichte und Ausbreitung des Virus SARS-CoV-2, Unterschied zwischen Grippe und SARS-CoV-2, Coronaviren im Allgemeinen, Verlauf einer Pandemie, Herdenimmunität und R-Wert. Diese Themen wurden jedoch nur vereinzelt und verhältnismäßig selten thematisiert. Das Video mit den meisten angesprochenen Themen ist übrigens nicht wie erwartet das längste, sondern es ist 8 Minuten lang und liegt somit genau im Durchschnitt. Es ist außerdem das Video mit den meisten Likes. Es hat gut 900.000 Klicks und liegt damit auf Platz vier der meist geklickten Videos (von den 20 analysierten).

YouTube SARS-CoV-2

Die dritte wichtige Grafik zeigt, ob Quellen verlinkt wurden. Dies fand in 9 von 20 Videos satt. Also in weniger als der Hälfte der Videos. Die am meisten verklinkte Quelle war das Robert-Koch-Institut

Sorgfalt und Richtigkeit der Berichterstattung

Im Allgemeinen lässt sich sagen, dass der Großteil der Videos richtige Informationen vermittelt hat, die sich mit den Angaben des Robert-Koch-Instituts decken und auch sonst dem wissenschaftlichen Konsens entsprechen.

Die 20 analysierten Videos wurden zu verschiedenen Zeitpunkten veröffentlicht. Das am frühesten veröffentlichte Video wurde am 28.01.2020 veröffentlicht. Das am spätesten veröffentlichte Video wurde am 16.04.2020 veröffentlicht. Hier muss man bei der Analyse natürlich den Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Zeitpunkt der Video-Veröffentlichung beachten. Beispielsweise waren die Erkenntnisse zum Thema Masken-Tragen und Ansteckung über Oberflächen bei SARS-CoV-2 im Januar noch wesentlich weniger fortgeschritten als im April, wo es bereits erste Erkenntnisse aus Studien gab. 

Eine Ungenauigkeit die sich durch jedes der 20 Videos zog, war die Verwendung der Begrifflichkeiten: SARS-CoV-2, Covid-19 und Corona. SARS-CoV-2 ist dabei die Bezeichnung für ein bestimmtes Virus, welches die Krankheit Covid-19 auslöst. Corona oder Coronavirus ist hingegen die Bezeichnung für eine Familie von Viren, welche alle möglichen Formen von Erkältungen auslösen können, darunter aber auch schwere Atemwegserkrankungen wie SARS oder MERS. Zusammenfassend ist SARS-CoV-2 die Bezeichnung für ein bestimmtes Coronavirus, welches die Krankheit Covid-19 auslösen kann.

Somit ist es eigentlich zu ungenau vom Coronavirus zu sprechen, wenn eigentlich das Virus SARS-CoV-2 gemeint ist. Da sich jedoch fast überall die Bezeichnung Coronavirus durchgesetzt hat, haben dies auch viele YouTuber:innen übernommen. Dies könnte dann zur Verwirrung führen, wenn zum Beispiel über den Vergleich zwischen Covid-19 und anderen grippalen Erkrankung gesprochen wird, welche ebenfalls durch Coronaviren ausgelöst werden (Hier muss dann differenziert werden).

Es schleichen sich so auch andere Ungenauigkeiten ein. Wenn beispielsweise gesagt wird: “Das Coronavirus hat eine durchschnittliche Inkubationszeit von 5-6 Tagen” ist dies genau genommen nicht korrekt. Denn dies trifft nur auf das Virus SARS-CoV-2 zu. Andere Coronaviren können zum Beispiel eine wesentlich kürzere Inkubationszeit haben.

Weitere ungenaue Angaben gab es darüber hinaus nur selten. Erklärvideos für Kinder stellen oft eine Problemquelle dar, da der Anspruch, ein Thema kindgerecht aufzuarbeiten, zu Lasten der Korrektheit gehen kann. So wurde in einem Video erklärt, dass das “Coronavirus” so klein sei, dass man es nicht mal unter dem Mikroskop sehen kann. Auch wenn diese Aussage eher der Verbildlichung dient, ist sie nicht korrekt.

Besonders bei Kanälen die sich ausschließlich mit wissenschaftlichen Inhalten befassen, konnte man im positiven bemerken, dass Informationen, die im vorherigen Video gefehlt hatten, in einem nächsten Video nachgereicht wurden. Gab es noch zu wenig Informationen über eine bestimmte Sachlage/Studie (z.B.Wie sinnvoll ist das Tragen einer Maske) wurde die Unklarheit angesprochen und eventuell in einem nächsten Video aufgegriffen. 

Bei der Nennung der Quellen gibt es hingegen noch nachholbedarf. Die wenigsten Videos haben die Herkunft ihrer Informationen im Video erwähnt. Zum Teil fand sich aber trotzdem eine Quellenangabe in der Videobeschreibung. Dies gab es insgesamt jedoch in nur 9 von 20 Videos (Abb.3). Besonders bei medizinischen Themen wäre eine Quellenliste durchaus angebracht, um den Zuschauer:innen einen eigenen Überblick anzubieten oder ihnen die Möglichkeit zur Weiterbildung zu ermöglichen.

Eine weitere Frage nach Korrektheit der Informationsvermittlung tut sich auf, wenn man unterscheidet zwischen dem Gesagten, und dem was gezeigt wird. In einer Reportage trafen sich die Reporter mit einem Covid-19 Infizierten. Es wurde zwar betont, dass Abstandhalten wichtig sei und es wurde genau auf die Hygieneregeln zu anderen Leuten geachtet. Nur die Reporter selber saßen zu fünft, samt Kamerateam, in einem kleinen Auto zusammen. Das Verhalten ist auch den Zuschauer:innen aufgefallen und es wurde sich dafür seitens der Reporter:innen entschuldigt. Dieser Fall zeigt, dass Informationsvermittlung nicht nur über Sprache funktioniert. Welche Message die YouTuber:innen also an ihre Zuschauer:innen senden, betrifft die gesamte Gestaltung des Videos.

Der Umgang mit Verantwortung

Der eben angesprochene Punkt bringt uns zum Thema Verantwortung der Medienschaffenden auf YouTube. Denn hier kann ich eine erstaunlich positive Bilanz ziehen. Die Themenschwerpunkte, welche am häufigsten angesprochen wurden (Abb.2), waren bei allen Videos korrekt. Die Inhalte deckten sich größtenteils mit den Angaben des Robert-Koch-Instituts. 

Die Verantwortung, welche Medienschaffende gegenüber ihrer Zielgruppe haben, ergibt sich in Krisenzeiten vor allem aus einer inhaltlich korrekten Informationsvermittlung. Aber auch die Form und Sprache ist bei medizinischen Themen entscheidend. Denn wie im Pressekodex vermerkt, ist eine “unangemessen sensationelle Darstellung zu vermeiden”. Dazu zählt in dem Fall, dass man zum Beispiel mit sachlicher Sprache berichten sollte, keine reißerischen Bilder oder Videos zeigt, oder das Video mit unangemessener Musik und Effekten unterlegt. Des Weiteren wäre es nicht ethisch vertretbar, die Ernsthaftigkeit der Pandemie zu untertreiben und die Zuschauer:innen somit in einem zu positiven Glauben zu lassen.

Die Sprache war in den meisten Videos äußerst sachlich und ruhig. Der Großteil der Videos waren Erklärvideos, die entweder durch Animationen visualisiert wurden, oder es gab eine Person welche in die Kamera moderiert. Einige Videos wurden auch in Interviewform aufbereitet und waren dadurch etwas umgangssprachlicher. 

Mit den Informationen wurde umsichtig umgegangen und mehr als die Hälfte der Videos haben auf die Verhaltensregeln verwiesen (siehe Abb.2). So wurden die Zuschauer:innen beim Thema Verhaltensregeln zumeist direkt angesprochen (Statt “Es ist gut zuhause zu bleiben” oft “bleibt zuhause”). Hier merkt man, dass die YouTuber:innen sich in der Verantwortung sehen, ihre Community zu informieren und aufzuklären. Eine direkte Ansprache wirkt persönlicher und durchbricht den eher sachlichen, informativen Sprachstil, der häufig bei der Erklärung angewendet wird.

Fazit

Wissenschafts und Informationskanäle auf YouTube haben sich einen hohen Standard erarbeitet. Viele junge Menschen nutzen das Internet als Informationsquelle. Hier darf YouTube nicht nur als ein reines Unterhaltungsmedium, sondern auch als Informationsportal gesehen werden. Es gibt Kanäle, welche sich explizit auf die Vermittlung von wissenschaftlichen Themen spezialisiert haben. Auch reine Nachrichtenkanäle, die Themen aus Politik, Gesellschaft und Wissenschaft aufgreifen, sind auf YouTube beliebt. Diese werden privat betrieben oder auch von Netzwerken unterstützt. 

Unter denen, die einen ernstgemeinten, aufklärerischen Gedanken verfolgen, hat sich auch eine hohe Professionalität etabliert. Die Betreiber:innen sind journalistisch aktiv, studieren in unterschiedlichen Bereichen, sind berufstätig, etc.

Die ethisch journalistischen Grundsätze werden bei den Informationskanälen größtenteils eingehalten. Dazu gehört, dass man bei den Kanälen ein Impressum finden kann, oder dass sich (ob gewollt oder nicht) an Grundsätze des Pressekodex gehalten wird. Die allenfalls ungenaue, aber in keinem Fall wirklich falsche Informationsvermittlung meiner Analyse bestätigt dies. Der sachliche Sprachstil zeigt eine vorsichtige und nicht reißerische Auseinandersetzung mit der Pandemie, die der Lage angemessen ist und der generellen Unsicherheit in der Gesellschaft entgegenwirkt.

Festzustellen ist, dass die Videos mit der Informationsvermittlung aus klassischen Medien durchaus mithalten können und eine ebenfalls sorgfältige und korrekte Auseinandersetzung mit dem Thema anstreben. Der inhaltliche Einfluss der klassischen Medien in die YouTube-Videos dürfe jedoch trotzdem da sein, da sich die Medienschaffenden bei ihrer Recherche durchaus auf etablierte Zeitungen und den öffentlich-rechtlichen Rundfunk beziehen.

Was ist deine Meinung zum Thema „Verantwortungsvolle Berichterstattung auf YouTube“? Schreibe es in die Kommentare!

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